Reisebericht Kreta – „Kalimera Kreta!“

Lefka OriAm südlichen Rand der Ägäis taucht sie auf, die größte Insel Griechenlands und zugleich die fünftgrößte Europas, Kreta. Eine Insel der Superlative, zu mehr als drei Vierteln bestehend aus Gebirge. Von der geographischen Lage her ist man schon fast in Afrika, von hier sind es nur noch knapp 200 Kilometer bis Libyen und die Insel driftet ständig weiter Richtung Süden. In schätzungsweise 10 Millionen Jahren wird sie dann an den Küsten Afrikas angekommen sein.

Wer nach Kreta reist, bekommt zuerst nur einen kleinen Eindruck von den gewaltigen Gebirgszügen und der Insel. Vier Hochgebirgsgruppen lassen sich auf Kreta entdecken, im Westen die Lefka Ori (weißen Berge) mit ihrem 2452 Meter hohen Pachnes, daran schließt sich das Ida-Massiv mit seinem 2456 Meter hohem, zugleich der höchste Berg Kretas, Timios Stavros an. Weiter Richtung Osten kommt dann das Dikti-Gebirge mit seinem 2148 Meter hohen Dikti und ganz im Osten schließt das mit dem “nur” 1476 Meter hohem “Thriptis”; ein Berg, der die weiteren Namen “Aféndis Kavoúsi”, “Aféndis Stavroménos” trägt, die Gebirgswelt ab. Kreta SträndeIm Norden Kretas gleiten die Berge alle sanft ins Meer ab und bilden dadurch große Küstenebenen, fast alle wichtigen Städte und Touristenzentren sind hier an der Nordküste zu finden. Anders die Südküste und hier vor allen Dingen der Südwesten. Die 2000 Meter hohen Berge reißen hier einfach ab und beenden die Insel, Kreta ist hier fast durchgehend eine Steilküste, hie und da findet sich zwischen den hohen Klippen ein kleiner, einsamer Sand- oder Kiesstrand, und auch das eine oder andere Dorf ist hier zu finden.

Frangokastello Strand

Ich machte mich im Juni auf den Weg, um mit meiner Familie zunächst den Süden Kretas und im Anschluss den Norden zu erkunden. Im Süden logierten wir in Frangokastello in der Taverne „Babis und Popi“, im Norden wohnten wir in Gouves im Grecotel Creta Sun. Der Süden Kretas ist noch sehr ursprünglich, es gibt viele kleine Dörfer, wunderschöne, einsame Strände und die Menschen haben Zeit für die Touristen, die hier als Freunde empfangen werden. Der Norden hingegen ist sehr touristisch, bietet ausgezeichnete Hotels und eine sehr gute Infrastruktur.

 

Hier eine Aufstellung, wo die Unterschiede zwischen den beiden Unterkünften liegen.

Taverne „Babis und Popi“

Verpflegung
Sehr leckere Küche. Obst z.T aus dem eigenen Garten. Selbstgepresstes Olivenöl. frischer Fisch, gute Grillgerichte Speisen zw. € 2,- und 8,-. Getränke € 1,- und 3,-

Preis-Leistungs-Verhältnis
7 Nächtigungen mit je 3 Mahlzeiten (Frühstück, Mittag, Abend- Essen) und Getränke. Pro Person ca. € 210,-

Zimmer
Einfaches, sauberes, sehr hohes Zimmer mit Moskitonetz, Ventilator, Klimaanlage, sehr kleines Bad mit DU/WC, großer Balkon mit Meerblick. Matratzen etwas zu hart. Zimmerreinigung alle 3 Tage bzw. auf Wunsch.

Strand
50 Meter vom flach abfallenden Sandstrand entfernt. Traumhafter Lagunenstrand in 500 m und Dünenstrand in 1 km Entfernung. Kristallklares Wasser. Sehr einsam.

Ruhefaktor
Absolut ruhige Lage in Frangokastello. Vor dem Haus 50 m breiter Schilfstreifen. Hinter dem Haus sehr gering befahrene Nebenstraße

Service
Die 3 Brüder kümmern sich rund um die Uhr um die Gäste, die Taverne und den Shop. Jeder Wunsch wird sofort erledigt. Hier fühlt man sich wahrgenommen als Freund. Es bleibt immer genug Zeit für einen Tratsch. Zeit hat man im Überfluss.

Wind
mäßiger bis starker Wind

Infrastruktur / Umgebung
Mehrere Tavernen und Minimarkets in der Umgebung. Ansonsten sehr ruhig und ursprünglich. Mehrere Geschäfte in Sfakia (12 km entfernt).

Ausflüge
Wenige Kilometer entfernt ist die bekannte Imbros Schlucht. Weiter entfernt sind Plakias und Kloster Preveli. Ca. 1 ½ Stunden sind es bis Chania od. Rethymnon. Viele einsame Strände in der näheren Umgebung. Für die Erkundung der Umgebung ist ein Mietwagen unumgänglich.

Sport
Schnorcheln, Laufen, Biken

Einrichtungen
Gemütliche Taverne mit Gastgarten. Mehrere Zimmer. Minimarkt. Liegen und Schirme am Strand kostenlos. 4 moderne Appartements in ca. 500 m Entfernung

Grecotel Creta Sun

Verpflegung
All Inclusive von 7 Uhr bis Mitternacht. Riesengroße Buffets, tolle Auswahl, für jeden Geschmack. Show Cooking. Wenig typisch griechische Gerichte. Getränkequalität (Säfte, Wein) zu den Mahlzeiten eher zweifelhaft. Internationale Getränke an der Lobby Bar.

Preis-Leistungs-Verhältnis
7 Nächtigungen auf Basis All Inclusive. Pro Person ca. € 600,-

Zimmer
Komfortables Zimmer mit Klimaanlage, geräumiges Bad mit Badewanne/WC, sehr gute Matratzen, Sat-TV, Telefon, Safe, möblierte Terrasse. Tägliche Zimmerreinigung.

Strand
Direkt an einer Sand-Kies-Bucht. Flach abfallend. Gute Wasserqualität.

Ruhefaktor
ruhige Lage, fallweise Fluglärm, (Einflugschneise), gering befahrene Nebenstraße

Service
Sehr freundliche und gut geschulte Mitarbeiter. Alles geht tadellos über die Bühne. Man wird als Gast wahrgenommen und geschätzt.

Wind
wenig bis mäßiger Wind

Infrastruktur / Umgebung
In der näheren Umgebung Lokale und kleine Geschäfte. Mehr Auswahl gibt es dann in Chersonnisos.

Ausflüge
Wenige Kilometer entfernt ist Heraklion und Knossos. Nach Rethymnon ca. 1 Std., Ausflüge werden von allen Reiseveranstaltern vor Ort per Bus angeboten, können aber auch per Mietwagen unternommen werden.

Sport
Diverse Wassersportarten, Biken

Einrichtungen
Hauptrestaurant und 2 Spezialitätenrestaurants, Bars, Meerwasserpool, Süßwasserpool, Kinderpool, Spielplatz, Tennisplätze, Beach-Volleyballplatz, mehrere Geschäfte, Internet, Liegen und Schirme am Pool und am Strand kostenlos. Animation und Abendshows.

Resümee:
Wer das ursprüngliche Kreta mit seinen herrlichen Stränden sucht, der kommt am Süden nicht vorbei. Die Unterkünfte sind einfach, aber familiär. Die Verpflegung ausgezeichnet und die Griechen sind äußerst gastfreundlich. Der Norden bietet perfekte Infrastruktur an akzeptablen Stränden. Die Hotels und Clubs könnten sich überall in Griechenland befinden. Sie stellen keinen direkten Zusammenhang zur wunderschönen Insel Kreta he. Wer seinen Urlaub ausschließlich in einem Resort an der Nordküste verbringt und die Schönheiten der Insel nicht erkundet, der hat Kreta nicht wirklich erlebt.

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